Sonnenschutz-Steuerung: Tipps und Tricks

Sonnensegel gesteuert über ein netzwerkfähiges Mobiltelefon (hier: iPone)

 

Sie wollen Ihr elektrisches Sonnensegel fernsteuern? Dann verbinden Sie es mit Ihrem Hausnetzwerk! Gebäudeautomation macht vieles möglich. Was gibt es zu beachten und wer bietet entsprechende Module an? Erfahren Sie mehr über das Fernsteuern von Sonnensegel und Markise.   

 

Sonnenschutz fernsteuern

Um Ihren Sonnenschutz fernzusteuern, haben Sie mehrere Möglichkeiten. Sie können ihn über Funk oder Kabel mit Ihrem Gebäudenetzwerk verknüpfen und bei technischer Realisierbarkeit auch mit dem Smartphone ansteuern.

Diese drei Optionen werden wir Ihnen nun nachfolgend näher erklären.

Sonnenschutz und BUS

Mit einem BUS (fälschlicherweise oft Bus-System genannt) lassen sich elektrische Geräte miteinander verbinden. BUS steht hier für „Binary Unit System“, es handelt sich also um ein System aus 0 und 1 (binär). Vereinfacht erklärt, besteht BUS aus einer Leitung mit mehreren Knoten. An den Knoten werden Aktoren oder Sensoren für die jeweiligen fernzusteuernden Geräte angebracht.

Oft wird BUS mit dem Omnibus auf der Straße bildlich verglichen: Das BUS ebenso wie der Omnibus (über-)tragen verschiedene Elemente von A nach B. Beim BUS sind es die Datenströme bzw. Signale, beim Omnibus Personen. Um es technischer auszudrücken: Befehle/Signale werden von der Zentrale auf verschiedene Aktoren übertragen.

Die wesentlichen Komponenten eines BUS sind Zentrale (Steuerung), Aktoren und Sensoren. Die Zentrale wird mittels Kabel (auch Draht genannt) mit den Aktoren und Sensoren verbunden. Der Aktor ist dabei die ausführende Komponente mit einem Eingang (für Strom) und mindestens einem Ausgang (zur Ausführung).  

Für ein Sonnensegel sieht das zum Beispiel folgendermaßen aus:

1.      Ausgang – Sonnensegel lässt sich einrollen

2.      Ausgang – Sonnensegel lässt sich aufrollen

Bus-Steuerung mit Zentrale, Sensor und Aktor

Sensor und Aktor

Der Aktor als ausführende Komponente wird in Fachkreisen auch Slave (Sklave) genannt. Er kann nur Befehle (inform von Signalen) von der Zentrale erhalten und keine eigenen zur Zentrale leiten. Die Zentrale wird entsprechend als Master bezeichnet.

Bei den Sensoren sieht das anders aus. Sie können sowohl Signale erhalten als auch an die Zentrale abgeben. Daher werden diese Komponenten ebenso Master genannt.

Hier sei ein Hinweis gegeben: Für ein einfaches BUS, also ein BUS aus zwei Drähten, sollten Sie darauf achten, für Ihre Sensoren einen Multimaster-BUS zu wählen. In diesem System gibt es, wie der Name bereits vermuten lässt, mehr Master als nur die Zentrale. In einem einfachen BUS dagegen kann nur die Zentrale Signale senden, alle anderen Teilnehmer sind lediglich auszuführende Komponenten.

Ein Sensor für Ihren Sonnenschutz kann zum Beispiel Informationen (Signale) über die Temperatur, das Tageslicht oder die Windstärke an die Zentrale senden. Diese verarbeitet die eingehenden Informationen und sendet im Anschluss entsprechende Signale an die Aktoren aus. Sendet der Sensor eine hohe Temperatur (es fällt demnach viel Licht auf den zu beschattenden Platz), kann die Zentrale dem Aktor des Sonnensegels signalisieren, dass das Sonnensegel ausgerollt werden soll. Signalisiert der Sensor eine erhöhte Windstärke, kann die Zentrale den Befehl geben, das Sonnensegel soll eingerollt werden.

In einem BUS, anders als in einem LAN, müssen sich die Geräte untereinander nicht kennen. Ein elektrisches Sonnensegel weiß zum Beispiel von keiner Nachbarschaft zu einem Fensteröffner oder Lichtregler. Sie werden alle zentral angesteuert.

 

BUS und Funk / WLAN für Sonnenschutzsteuerung (Infografik)

Das Gateway: Schnittstelle zwischen den Komponenten

Damit die Zentrale und die Komponenten die gleiche „Sprache“ sprechen, wird ein Übersetzer oder Umsetzer benötigt. Diese Funktion übernimmt das Gateway (zu Deutsch: Torweg). Dies ist eine Technologie, die es Ihnen ermöglicht, Geräte miteinander zu verbinden, die eigentlich über verschiedene Netzwerke arbeiten.

Eine E-Mail wird mithilfe des entsprechenden Gateway in eine SMS umgewandelt oder die SMS in eine E-Mail.

Das Gateway kann bereits in die Zentrale eingebaut worden sein, oder es wird extern mit der Zentrale und den Komponenten verknüpft.

Es ist entscheidend, um ein komplexes System aufzubauen, und auch für eine reine Funksteuerung oder Smartphone-Anbindung ist es unerlässlich. Diese beiden Optionen werden nun im Folgenden näher erläutert.

Sonnensegel fernsteuern über Funk

Die technisch einfachste Möglichkeit, Ihren Sonnenschutz aus der Ferne zu bedienen, ist die über Funk. Hierfür ist kein BUS nötig. Die Komponenten Zentrale, Aktoren und Sensoren werden über eine festgelegte Frequenz angesteuert. Diese kann sowohl das klassische Funksignal sein, aber auch über WLAN realisiert werden bzw. ist der Außenzugriff über eine Internetverbindung möglich.   

Über Funk werden die Signale von der Zentrale an die Aktoren weitergeleitet. Voraussetzung für die Kommunikation ist dieselbe Funkverbindung und die entsprechende Software. Wie bei jedem funkgesteuerten technischen Gerät sollten Sie auch hier die Funkreichweite beachten.  

Sonnensegel-Steuerung über WLAN (Smartphone) und Funk (Fernbedienung)

Sonnensegel mit Smartphone fernsteuern

Wenn Sie nun ein Gerät mit Ihrem Smartphone fernsteuern möchten, benötigen Sie die passende Software und das kompatible Gateway. Ebenso muss Ihre Zentrale bzw. das Gateway über eine entsprechende WLAN-Schnittstelle verfügen. Diese Schnittstelle stellt die Verbindung zwischen Smartphone und Anlage dar.

Zum Verständnis: Wenn Sie Ihr Sonnensegel, Ihre Markise oder Ihre Rollläden über Smartphone fernsteuern, bedeutet dies im Klartext, dass Sie die Zentrale mit Ihrem Smartphone ansteuern. Das Smartphone greift also nicht auf die Aktoren und Sensoren zu, sondern nur auf die Zentrale.

Sie haben nun drei verschiedene Möglichkeiten kennengelernt, Ihr Sonnensegel mit einem Hausnetzwerk zu verbinden. Diese Optionen lassen sich untereinander mischen. So könnten Sie beispielsweise ein BUS haben, das über eine Zentrale mit WLAN-Schnittstelle verfügt und die Ansteuerung via Smartphone erlaubt. Ebenso könnten Sie ein Funksystem besitzen, das sowohl WLAN als auch Funkfrequenzen innehat. Die Zentrale wird über Smartphone (WLAN) angesteuert, die wiederum ihre Signale per Funk an ihre Aktoren und Sensoren weitergibt.

Was brauche ich für meinen fernzusteuernden Sonnenschutz?

Für fernzusteuernden Sonnenschutz benötigen Sie eine Zentrale, ein Gateway, Aktoren und ggf. Sensoren. Verfügen Sie bereits über ein eigenes Hausnetzwerk und Sie möchten Ihr Sonnensegel oder Ihre Markise integrieren? Dann erfahren Sie nun, auf was achten sollten.

Im vorangegangenen Kapitel haben Sie bereits gelernt, dass Befehle aus der Zentrale durch Aktoren ausgeführt werden. Die Aktoren werden mit dem Motor Ihrer elektrischen Markise oder Ihres elektrischen Sonnensegels verkabelt. Mindestens vier Kabel sind hierfür erforderlich:

·         Drehrichtung links: Segel wird aufgerollt

·         Drehrichtung rechts: Segel wird ausgerollt

·         Leerlauf (N): Motor bleibt stehen

·         Schutzkontakt: Schutz vor Stromschlag (Erdung)

In der Regel handelt es sich hierbei um einen Rohrmotor.

Rohrmotor für elektrische Sonnensegel

Aufrollvorrichtung mit Rohrmotor für elektrische Sonnensegel

 

Der Motor gehört zu einem elektrischen Sonnenschutz dazu. Jedoch können Sie ihn ebenso einzeln kaufen und an Ihrem Sonnensegel oder Ihre Markise anbringen.

Wichtig ist darauf zu achten, wie viel Motorlast Ihr Aktor ansteuern kann. Die Angaben stehen im Produktblatt.

 

So könnte ein Aktor zum Beispiel folgende Daten haben:

·         Motorlast bzw. maximale Schaltleistung: 800 Watt

·         Leistung: 230 Volt

Das heißt, dieser Aktor läuft mit 230 Volt Strom und kann einen Motor bis zu 800 Watt ansteuern.

Markisenmotor als Sonnensegelmotor?

Um einen Markisenmotor in einen Sonnensegel-Antrieb umzufunktionieren, sollten Sie folgende Schritte beachten:

·         Prüfen Sie, ob die Wickelart Ihres Sonnensegels mit der des Motors übereinstimmt.

·         Passt das Sonnensegel in die vorgesehene Nut? Hier kommt es vor allem auf die Breite des Segels an.

·         Kann ich die geforderte Tuchspannung realisieren? Eine elektrisch aufzurollende Markise besitzt eine bestimmte Spannung, ebenso wie das elektrisch aufzurollende Sonnensegel.

 

 

Richtige Tuchspannung und passende Nut

In diesem Beispiel sehen Sie ein elektrisch aufrollbares Sonnensegel mit Nutstellen an zwei Enden in der Mitte. So lässt es sich mittig aufrollen. Andere Sonnensegel können auch wie Markisen mit einer Nut befestigt werden.

Für die Tuchspannung, die Sie benötigen, um ein elektrisches Sonnensegel entsprechend zu spannen und wieder zu lockern, gibt es mindestens drei Möglichkeiten:

·         Tatsächliche Gewichte können als Gegengewichte die Tuchspannung realisieren. Sie werden an starken Drähten gehalten.

·         System mit Gasdruckfeder kann die Tuchspannung erzeugen. Die elektrischen Sonnensegel, wie von der Pina GmbH vertrieben, werden damit ausgestattet.

·         Seiltrommel: Beim Aufwickeln des Seiles auf die Wickelrolle (siehe Motor) entsteht die Spannung.

 

Was muss ich beim Kauf beachten?

Bevor Sie sich für eine technische Lösung entscheiden, sollten Sie ein paar Vorabüberlegungen treffen.

Achten Sie bei Aktoren darauf, ob sie außen oder innen verwendet werden müssen.

Bedenken Sie dabei, dass außen anzubringende Aktoren andere Voraussetzungen erfüllen müssen als Inhouse-Aktoren. Hier spielt die Größe und die Wetterfestigkeit eine Rolle. Rollläden können Sie sowohl innen als auch außen anbringen. Markisen und Sonnensegel sind ihrer Art nach dagegen eher im Außenbereich anzutreffen.

Ein Tipp für Sie: Sollten Sie sich dennoch für einen Aktor entscheiden, der laut Fabrikat und hinsichtlich der Wetterfestigkeit nur für Innenanwendung eingesetzt werden soll, aber aufgrund seiner starken Motorlast als Sonnensegelaktor infrage kommt, folgender Tipp: Bringen Sie den Aktor im Haus an der Wand an, an der von der Außenseite her Ihr Sonnensegel befestigt ist. Bohren Sie ein Loch in die Wand, das so groß ist, dass die Kabel des Aktors hindurchpassen und verkabeln Sie Aktor und Sonnensegelmotor entweder innen oder außen miteinander. So können Sie auch einen Innenaktor für Ihr außen befestigtes Sonnensegel verwenden. 

 

Sind Motor, Aktor und Sonnensegel kompatibel?

Je größer und schwerer der Sonnenschutz, umso stärker muss auch der Motor und der Aktor sein. Für eine Inhouse-Anwendung genügt in der Regel ein kleiner bis mittlerer. Für das Beschatten des Außenbereiches wie eine Terrasse sollten Sie sich stattdessen für stärkere Kaliber entscheiden.

Ein schwacher Motor kann heißlaufen und im schlimmsten Fall kaputt gehen. Wiederum kann ein für den Aktor zu starker Motor diesen ebenfalls zerstören. Sie benötigen also für den optimalen Gebrauch einen starken Motor und einen Aktor, der diesen Motor bedienen kann, also eine entsprechend hohe Motorlast aufweist.

Um Ihnen einen Einblick zu geben: Ein elektrisches Sonnensegel mit einer Fläche von 80 qm sollte mit einem 246-Watt-Motor betrieben werden. Doch nicht nur die Watt-Zahl ist wichtig, sondern auch das Drehmoment. In diesem Fall sollte der Motor etwa 80 Nm (Newtonmeter) aufweisen. 

 

Bildquellen:
 
 


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